WOMENZONE

stern_2.gif (9423 Byte)Home

Fakten

 

 

 

 

Aus Mittel- und Osteuropa, aus Asien, Lateinamerika sowie Afrika werden jährlich mehr als eine Million Frauen in reiche Industrieländer verkauft. Zu den "Spitzenabnehmern" gehört Deutschland.

Es sind Händler, Schlepper und Freier, aber auch potentielle Ehemänner und "Arbeitgeber", die am Handel mit ausländischen Frauen interessiert sind.

Zwangsehe
Ehrenmorde
weibliche Genitalverstümmelungen
» Frauenhandel

berühmte Frauen

häusliche und psychische Gewalt gg. Frauen
Esstörungen
Aphorsimen
Buchtipps

 

Was ist Frauenhandel?

TERRE DES FEMMES unterscheidet drei Formen des Frauenhandels. Sie stehen im Kontext des globalen Migrationsprozesses von Frauen.

1. den Handel in die Prostitution
2. den Handel in die Ehe
3. den Handel in illegale Beschäftigungsverhältnisse.

 

Die wirtschaftliche Not treibt Frauen dazu, sich auf Arbeitsangebote wie Barfrau, Haushaltshilfe oder Prostituierte sowie auf Ehevermittlungsangebote einzulassen.

1. Handel in die Prostitution

Der Handel von Frauen in die Prostitution ist international organisiert und beschert dem organisierten Verbrechen zur Zeit mehr Gewinne als der Drogen- oder Waffenhandel. Circa 80 % der Opfer des Menschenhandels in der BRD stammen inzwischen aus den mittel- und osteuropäischen Staaten. Die wirtschaftliche Not treibt Frauen dazu, sich auf Arbeitsangebote im Westen einzulassen.
Die legale Einreise in die BRD ist für ausländische Frauen sehr schwierig. Deshalb werden sie bereits in ihrem Heimatland in die Abhängigkeit von Anwerbern und Schlepperorganisationen getrieben. In Deutschland angelangt werden sie mit Drohungen und brutaler Gewalt zur Prostitution gezwungen. Manche Frauen wussten, dass sie in der Prostitution arbeiten würden, aber keine war sich im Klaren über die unsäglichen Bedingungen, unter denen sie arbeiten mussten. Ihre Lage verschärft sich durch die Schulden bei den Schleppern für Transport und falsche Pässe. Überhöhte Wohn- und Verpflegungskosten, fehlende Ausweispapiere, illegaler Aufenthaltsstatus sowie mangelnde Sprach- und Ortskenntnisse machen die Frauen erpressbar. Zu einer Verurteilung der Täter kommt es selten. Entweder wagen die Frauen nicht, gegen ihre Peiniger auszusagen oder sie werden vor dem Prozess ausgewiesen.

 

2. Handel in die Ehe

Auch mit dem Handel in die Ehe schlagen Händler Profit aus den Hoffnungen der Frauen auf ein besseres Leben. Heiratsvermittler bieten Frauen in Katalogen oder im Internet an, bei Nichtgefallen hat der Kunde ein "Rückgaberecht". Die Händler und Ehegatten berufen sich auf § 19 Ausländergesetz. Diese Vorschrift macht das Aufenthaltsrecht der ausländischen Ehefrau vom Bestand der Ehe abhängig. Läßt sich der Mann scheiden, muss die Frau ausreisen. Sie wird ohne Entschädigung und mittellos in ihr Herkunftsland zurück geschickt.
Die Grenzen zum Handel in die Prostitution sind fließend. So gehen Händlerringe mehr und mehr dazu über, Frauen zum Schein zu verheiraten. Sie erhalten damit eine legale Aufenthaltserlaubnis und sind noch fester im System des Menschenhandels verankert.

 

3. Handel in illegale Beschäftigungsverhältnisse

In den Herkunftsländern werden die Frauen mit einem interessanten Angebot angeworben. Doch die Jobs in der Bundesrepublik entpuppen sich als Ausbeutungsverhältnisse, in denen die Frauen nicht selten wie Sklavinnen arbeiten. Die Migrantinnen müssen nicht nur Unterbezahlung und Lohnverweigerung hinnehmen, sie sind auch sexuellen Belästigungen ausgeliefert. In manchen Fällen werden sie eingesperrt und nicht ausreichend versorgt. Soziale Kontakte sind kaum möglich.
Die Frauen arbeiten meist in Bereichen, die arbeitsrechtlich weniger streng geregelt sind, wie zum Beispiel in Haushalten. Wenn sie zudem nicht im Besitz einer gültigen Aufenthaltsgenehmigung sind, nehmen sie aus Angst vor der Abschiebung fast jede Schikane hin.

 

Weitere Informationen erhalten Sie auch per e-mail: tdf@frauenrechte.de

© TERRE DES FEMMES e.V. • Postfach 2565• D-72015 Tübingen • Tel. 0 70 71/ 79 73-0 • Fax 0 70 71/ 79 73 22