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Anne Geddes
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Ungleichbehandlung schon bei Kleinkindern?

 

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Frauen werden Eigenschaften wie emotional, schön, schlank, passiv, mütterlich, häuslich, zerbrechlich etc. zugeschrieben werden, während auf Männer dynamisch, sportlich, stark, aktiv, erfolgsorientiert, abenteuerlich etc. zutreffen soll. Damit wird das Verhalten von Frauen nicht nur an dem der Männer gemessen, sondern ihm auch untergeordnet.

Das heißt, Frauen werden als Gruppe diskriminiert und bringen Männer in die sozial, ökonomisch und politisch gesehen privilegiertere Rolle. Derartige Unterscheidungen lassen sich bereits bei Kleinkindern feststellen, denen ihre zukünftige Rolle in der Gesellschaft, sei es durch Eltern, Medien etc., anerzogen wird ("Ein Junge darf nicht weinen, ein Junge muß stark sein."). Schon die Wahl des Spielzeuges weckt oder verstärkt Interessen, bereitet auf die traditionellen Rollen von Mann und Frau vor. Dabei werden bereits Verhaltensweisen eingeübt, die eine spätere Gleichstellung in Beruf und Familie erschweren.

So erscheint ein Mann attraktiver, je mehr Einfluß und Macht er besitzt, wogegen an der Weiblichkeit von Frauen Zweifel aufkommen, je erfolgreicher sie sind. Die Kinder beginnen fast wie von selbst, sich in ihre Rolle zu fügen, bzw. den Wunsch zu entwickeln, derart vorgegebenen und vorgelebten Idealen nachzueifern oder zu entsprechen. Bei der Planung ihrer Zukunft beziehen Mädchen neben dem Berufswunsch bereits das Versorgen von Mann und Familie mit ein (Flensburger Berufsorientierungsstudie).

Es gilt zu hinterfragen, inwiefern es einem Menschen überhaupt möglich sein kann, aus diesen Normen auszubrechen, die ihm von Geburt an auferlegt werden, denn im Laufe der gesellschaftlichen Entwicklung, die einem steten Wandel unterliegt, lassen sich doch Trends und Chancen entdecken, die zum Umdenken zwingen. Nicht alle Frauen wollen sich heute noch mit der Rolle als Mutter und Ehefrau zufrieden geben. Mögen Gesetze sich inzwischen zugunsten der Gleichberechtigung gewandelt haben, so bleibt es doch ein langer Weg, dies auch in den Köpfen zu verankern. Ist eine Frau eine Rabenmutter, wenn sie trotz zweier kleiner Kinder zu Hause arbeiten geht? Ist der arbeitslose Mann ein Versager, weil ihn seine Frau unterhält? Die Beantwortung solcher Fragen dürfte wohl gleichzeitig einen Generationskonflikt auslösen, d.h., daß ältere Menschen in diesen Punkten sicher weniger liberal eingestellt sind, als ihre Nachkommen.

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Ungleichbehandlung in der Schule?

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"Aufgabe der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Kinder und Jugendlichen zur vollen Entfaltung zu bringen. Ziel muß die Heranbildung von Persönlichkeiten sein, welche fähig sind, das staatliche und gesellschaftliche Leben auf der Grundlage der Demokratie, des Friedens, der Freiheit, der Menschenwürde und der Gleichberechtigung der Geschlechter zu gestalten..."

(Senatsverwaltung für Schule, Berufsbildung und Sport [Hrsg.]: Schulgesetz von Berlin, Berlin 1993)

Der heimliche Lehrplan wirkt, im Gegensatz zum offiziellen Lehrplan, unabsichtlich auf die SchülerInnen bezüglich der Vermittlung von Geschlechtsrollenstereotypen sowie  patriarchalischer Strukturen. Dies kann durch verschiedene Faktoren geschehen, wobei zwischen den institutionellen Rahmenbedingungen und dem interpersonellen Kommunikations- und Interaktionskontext unterschieden wird.

Erstere beginnen bereits bei der Personalsruktur, wobei festzustellen ist, daß die Zuständigkeit der Frau mit zunehmenden Alter der Kinder abnimmt. Während im Kleinkindalter sowohl die Mutter als auch die Erzieherin, später meist die Grundschullehrerin, das Kind in seinem Sozialisationsprozeß unterstützen, finden sich vor allem in den leitenden Positionen und in den höheren Bildungseinrichtungen wie Gymnasien oder Hochschulen vor allem Männer, die den Eindruck vermitteln, daß Frauen nur das ausführen, was sie entschieden haben.

 

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Die Lehrpläne und Curricula gehen bezüglich der Lernprozesse von Schülern und Schülerinnen von einheitlichen Voraussetzungen aus, ohne jedoch den Sozialisationshintergrund oder die realen Berufsaussichten zu beachten.

 

Die zweite Bezugsebene befaßt sich sowohl mit der verbalen als auch der nonverbalen Kommunikation. Bei beiden wird die dominante Stellung der Jungen gegenüber den Mädchen deutlich, wobei sie nicht nur häufiger und länger   reden, sondern auch mehr Raum für ihre Person beanspruchen. Entsprechend richtet sich die Aufmerksamkeit der LehrerInnen zu zwei Dritteln auf die Jungen, denen damit in ihrem Verhalten kaum entgegengewirkt wird, während Mädchen das Klassenklima sozialisieren, ohne dafür spezielle Anerkennung zu erhalten.